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SPD-Loreley: Parallele Sperrung von B 42 und Bahnstrecke muss vermieden werden

Aktuell

In der vergangenen Woche erreichte die Bürgerinnen und Bürger im rechtsrheinischen Mittelrheintal eine schockierende Nachricht: Die Deutsche Bahn plant, die rechtsrheinische Bahnstrecke zwischen Wiesbaden und Koblenz in der Zeit vom 28. Dezember 2009 bis 18. Januar 2010 zu sperren. Als Grund werden anstehende Bauarbeiten an verschiedenen Abschnitten der Trasse genannt. Doch es kommt noch schlimmer: Zeitgleich wird die Bundesstraße 42 gesperrt sein, weil das Land Rheinland-Pfalz durch den Landesbetrieb Mobilität Diez (LBM) zwischen Kamp-Bornhofen und Kestert den dortigen Radweg baut und daher ebenfalls eine zeitgleiche Sperrung über 10 Wochen ab dem 4. Januar 2010 veranlassen muss.

Um das „Horrorszenario“ einer parallelen Vollsperrung von den Menschen auf der rechten Rheinseite abzuwenden, hat sich der Vorsitzende der SPD-Loreley, Carsten Göller, sofort mit einem Schreiben an den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Hendrik Hering gewandt und diesen gebeten, die Problemlösung zur Chefsache zu machen. In seinem Schreiben an den Minister begrüßt die SPD-Loreley ausdrücklich den Bau des Radweges und zeigte sich sehr erfreut über den zügigen Baufortschritt. Bei einem Ortstermin mit Landrat Günter Kern konnte man sich bereits davon überzeugen. Auch der Zeitpunkt der geplanten Vollsperrung der B 42 wird unterstützt, da dies gerade für die Hotel- und Gastronomiebetriebe in der Winterzeit die geringsten finanziellen Einbußen bringen werde. Es solle daher an der Straßensperrung zum geplanten Zeitpunkt festgehalten werden.

Nicht tragbar ist für die SPD dagegen die zeitgleiche Sperrung dieses Schienenabschnittes bzw. die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs mittels Bussen über die Rheinhöhen von Braubach über Nastätten nach St. Goarshausen. Dies birgt gerade in den Wintermonaten weitere Gefahren für die Pendler, beispielsweise durch Glätte, so die Meinung über Parteigrenzen hinweg. Weiterhin ist für alle politisch Verantwortlichen die Frage zu klären, wie die Gemeinden, die zwischen St. Goarshausen und Braubach liegen, also Kestert, Kamp-Bornhofen, Filsen und Osterspai, an den Schienenersatzverkehr angebunden werden sollen. Besonders die Schülerbeförderung in der Region wird vor große Probleme gestellt. Die Schülerbeförderung von Süd nach Nord erfolgt im Normalfall per Bahn, während von Nord nach Süd sowohl Bahn, als auch eine Schulbuslinie betroffen sein werden.

Darüber hinaus betreffe die zeitgleiche Vollsperrung beider Trassen zudem Berufspendler, Gewerbebetriebe und Bürgerinnen und Bürger, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Hier gelte es, in den kommenden verbleibenden Wochen dieses Jahres, Lösungen zwischen den Verantwortlichen zu erörtern und für das offensichtliche Problem eine adäquate Lösung zu finden.

Man wolle die Möglichkeiten der Einflussnahme und der Verhandlungen des LBM in Diez mit der Deutschen Bahn keineswegs unter Gebühr einschätzen. Dennoch sei es wichtig, dass im Namen der Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Verbandsgemeinden Braubach und Loreley die Angelegenheit auf ministerieller Ebene geklärt werde. Es könne nicht sein, dass die Bahn gegenüber dem LBM beispielsweise alle Verantwortung von sich weise, weil die Planungen des Bundesunternehmens zur Vollsperrung angeblich schon zwei Jahre feststehen. Die Deutsche Bahn sei sicherlich auch am Planfeststellungsverfahren zum Bau des Radweges beteiligt gewesen und hätte das sich nun darstellende Szenario frühzeitig absehen können, erklärte die SPD-Loreley gegenüber Hering und liegt damit auch auf Wellenlänge anderer politischer Parteien. „Wenn die Deutsche Bahn die Strecke aufgrund von Bauarbeiten über mehrere Wochen schließen möchte, so sollte es wegen der besonderen Situation dennoch möglich sein, einen eingleisigen, eingeschränkten Notfahrplan anzubieten“, fordert Carsten Göller von den Verantwortlichen bei der Bahn.

Beide Baumaßnahmen sind nach Einschätzung der SPD mit Sicherheit nötig, um sich jeweils für die Zukunft gut aufzustellen und um die Region weiterzuentwickeln. Man müsse aber nicht tragbare Unannehmlichkeiten von den Bürgerinnen und Bürgern abwenden. Göller hofft, dass sein Anliegen möglichst schnell bei der Landesregierung Gehör findet.