UNSERE THEMEN

AKTIV GESTALTEN: Arbeitsprogramm der SPD-Loreley 2009 - 2014

Zukunftschance Bildung - Bildung von Anfang an

Die Kindertagesstätten und die Schulen in der Verbandsgemeinde sollen sich so vernetzen, dass Kinder und Jugendliche zu qualitativ hochwertigen Bildungsabschlüssen geführt werden. Jede und jeder ist willkommen, keine und keiner bleibt zurück und alle sollen gute Möglichkeiten für ein würdiges Leben in und mit der Gesellschaft haben.

In den Kindertagesstätten als Ganztagseinrichtungen haben schon die Kleinsten die Chance, sich zusammen mit anderen Kindern zu entwickeln, zu spielen, zu entdecken, kreativ tätig zu sein und Natur, Kultur und Umwelt kennenzulernen.
Die Öffnungszeiten werden so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen der Kinder – aber auch der Eltern – gerecht werden.
Dazu gehört ein großzügig und reichhaltig ausgestattetes Umfeld und eine Personalausstattung, die Raum gibt für individuelle Förderung, Zeit für gelingende Kooperation mit den Eltern, für Teambesprechungen und -absprachen und Fort- und Weiterbildung.
Zu den Menschen, die sich professionell um die Kinder in den Kindertagesstätten kümmern, gehören zusätzlich zu den Erzieher/innen auch Heilpädagog/innen, Sozialpädagog/innen und Logopäd/innen.
Das Kita-Angebot ist so zu entwickeln, dass Kinder nach Vollendung des 1. Lebensjahres aufgenommen und pädagogisch betreut werden können.
Ausgehend von den Bildungsstandards werden alle Kinder nach individuellen Förderplänen an die grundlegenden Ziele der frühkindlichen Bildung herangeführt.
Die Grundschulen und die Kindertagesstätten arbeiten in Projekten inhaltlich zusammen. Sie kennen gegenseitig die Arbeitsinhalte und –methoden. Lehrkräfte und Erzieher/innen bilden sich gemeinsam fort

Die Grundschulen in der Verbandsgemeinde sind für alle Kinder – mit und ohne Beeinträchtigungen – zuständig und haben die Aufgabe, alle durch gezielte individuelle Förderung auf die Sekundarstufe I vorzubereiten.
Durch die erweiterten pädagogischen Angebote der Ganztagsschule kann die individuelle Förderung gut gelingen.
Dazu steht ein Team von Regelschullehrkräften, Sonderpädagog/Innen, Pädagogischen Fachkräften und Sozialpädagog/innen zur Verfügung, das sich in gemeinsamer Verantwortung und in Kooperation mit den Eltern um die bestmögliche Erfüllung des pädagogischen Auftrags bemüht.
Dazu gehört auch die gezielte Zusammenarbeit mit den regionalen Einrichtungen und Institutionen - wie z.B. Vereine, Betriebe, Jugendhilfe.

Die Integrative Realschule Plus und das Gymnasium arbeiten zusammen, um für alle Kinder und Jugendlichen der Sekundarstufe I einen optimalen Bildungsgang zu gewährleisten. Das Ziel ist es, auch durch eine umfassende Arbeitsweltorientierung möglichst viele zum Qualifizierten Sekundarabschluss I und zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe zu führen. Keine Schülerin und kein Schüler soll die Schule verlassen, ohne eine Berufsausbildung oder ein Studium aufzunehmen.
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, bietet die Ganztagsschule erweiterte pädago¬gische Möglichkeiten.
Das heimische Gewerbe arbeitet mit dem Pädagogen-Team der Schulen zusammen, damit für alle Jugendlichen die Integration in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt gut gelingt. Dazu gehört auch eine nachhaltige Kooperation mit der Vertretung der Schüler- und der Elternschaft.
Die Verbandsgemeinde Loreley als Schulträger und die anderen Träger der Bil¬dungseinrichtungen sind zur optimalen räumlichen und sächlichen Ausstattung verpflichtet.

Tourismus, Freizeit und Kultur

Im qualitativ hochwertigen Tourismus- und Kulturangebot liegt die entscheidende Entwicklungschance für die Verbandsgemeinde Loreley. Daher sind besondere Anstrengungen zu unternehmen, diesen wichtigen Wirtschaftszweig zu stärken und auszubauen, damit mehr Menschen unsere Region besuchen, länger verweilen und wiederkommen. Das gastronomische Angebot ist hochwertig weiter zu entwickeln. Die Erweiterung und Modernisierung der Übernachtungsmöglichkeiten ist sehr bedeutsam. Die Rheinsteig-Jugendherberge in Kaub leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Darüber hinaus sollte im Bereich der Verbandsgemeinde Loreley auch ein Wellness- Sport- und Tagungshotel errichtet werden.
Die Pflege des Rheinsteiges ist nachhaltig sicher zu stellen. Die Attraktivität ist durch die Anlegung weiterer Klettersteige zu erhöhen. Die Pflege der heimischen Kulturlandschaft – z.B. durch Beweidung – muss systematisch erfolgen.
Das Touristikmanagement muss überörtlich das gesamte Weltkulturerbe „Oberes Mittelrheintal“ unter den Hauptgesichtspunkten Wandern, Radwandern, Wein und Gesundheit vermarkten. Daran ist die Touristikgemeinschaft Loreley-Burgenstraße zu beteiligen. Die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz ist in das touristische Konzept einzubeziehen.
Die kulturellen Angebote müssen in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Vereinen verbessert und unterstützt werden. Dabei sind Burgen am Rhein ein¬zubeziehen und öffentlich zugänglich zu machen.
Die Gestaltung des Loreleyplateaus incl. Besucherzentrum, Freilichtbühne, Campingplatz, Hotel und Turner- und Jugendheim ist unter dem Aspekt eines hochwertigen Tourismusangebotes weiter zu entwickeln.
Auch eine Schwimmmöglichkeit muss im Freizeit- und Urlaubsangebot enthalten sein.
Zur Ergänzung des Angebotes für Einheimische und Urlauber sollte in der VG eine Mountainbike-Strecke konzipiert und realisiert werden.

Infrastruktur

Für das heimische Gewerbe, die Arbeitnehmer/innen aber auch die Besucher/innen unserer Verbandsgemeinde ist eine gut ausgebaute Infrastruktur von besonderer Bedeutung.
Das vorhandene Straßennetz muss gepflegt und ausgebaut werden, insbesondere die Verbindung von Wellmich nach Dahlheim, die Strecken von Bornich nach Weisel, von Lierschied nach Auel, von Dörscheid zum Schwimmbad in Kaub sowie von Rei¬chenberg nach Niederwallmenach.
Die Lücken im Radwegenetz sind zu schließen, insbesondere entlang der Rheinstrecke von Kamp-Bornhofen bis zur Landesgrenze nach Hessen.
Die Belastungen (Lärm und Erschütterungen) durch den Eisenbahnverkehr rechts und links des Rheines müssen weiter reduziert werden. Dazu gehört auch, dass der überörtliche Güterverkehr durch die Bereitstellung anderer Trassen das Rheintal meidet.
Für die weitere regionale Entwicklung ist eine feste Rheinquerung im Bereich St. Goar/St. Goarshausen von zentraler Bedeutung. Hier gilt es, den gemeinsamen Willen der Beteiligten in der Welterberegion Oberes Mittelrheintal weiter deutlich zu demonstrieren und sich für eine schnelle Realisierung im Einvernehmen mit der UNESCO einzusetzen.
Der Rhein-Main- und der Rhein-Mosel-Verkehrsverbund sind überlappend zu verzahnen.
Der öffentliche Personennahverkehr sollte in der Region so strukturiert werden, dass Erledigungen des täglichen Bedarfs auch ohne eigenes Auto möglich sind – z.B. durch Ruf-Taxis.
Im Rahmen der Telekommunikation muss eine flächendeckende schnelle DSL- Verbindung sowohl für Gewerbetreibende als auch Privathaushalte realisiert werden.
Die Neugestaltung des Rheinvorgeländes in St.Goarshausen, Kaub und Kestert
ist zügig voranzubringen.
Die Städte und Gemeinden sind im Hinblick auf die demografische Entwicklung zu unterstützen. Leerstände in den Dörfern und in den Städten sind durch kreative und zukunftsfähige Lösungen zu beseitigen; dazu sind fachkundige Beratungen und materielle Unterstützung erforderlich.

Arbeitsmarkt

Zur Modernisierung und Erweiterung bestehender heimischer Betriebe und zur Ansiedlung neuer Dienstleistungs- und Handwerksunternehmen ist der Flächennutzungsplan bedarfsgerecht fortzuschreiben. Die Verbandsgemeindeverwaltung ist aufgefordert, das heimische Gewerbe zu unterstützen und für die Ansiedlung weiterer Betriebe zu werben.
Durch die Einrichtung eines Arbeitsmarktforums und wiederkehrender Gewerbeausstellungen sind die Angebote auch über die Region hinaus bekannt zu machen. Hierzu ist auch erforderlich, dass die Schulen mit den Betrieben eng zusammenarbeiten, um den Qualifikations- und Arbeitskräftebedarf deutlich zu machen. Die Ausbildungsbereitschaft des heimischen Gewerbes ist zu stärken, um möglichst vielen Jugendlichen eine wohnortnahe Ausbildung zu ermöglichen.
Eng spezialisierte Betriebe sollten bei der Berufausbildung durch überbetriebliche Ausbildungsstätten unterstützt werden.
Zur Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit müssen seitens der Schulen und Verwaltung frühzeitig besondere Anstrengungen unternommen werden.
Es sind weiter Aktivitäten zu unternehmen, dass die öffentlichen Einrichtungen, wie Finanzamt, Katasteramt, Polizei und andere in der Verbandsgemeinde erhalten bleiben.
Die Zusammenarbeit im kooperierenden Mittelzentrum St.Goar/St.Goarshausen/Nastätten muss solidarisch neu organisiert und ausgewogen weiter entwickelt werden. Die entsprechenden Lücken in der Daseinsvorsorge sind zu schließen. Dafür ist eine feste Rheinquerung von besonderer Bedeutung.

Daseinsvorsorge

Die Einheimischen und auch die Besucher/innen müssen stärker erkennen können, dass es sich lohnt, hier – im Zentrum des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal – zu wohnen und hierher zu kommen und zu leben – in einer Region mit vielfältigen Kultur- und Freizeitangeboten, mit qualitativ hochwertigen regionalen Produkten und Dienstleistungen, in einer Region, die das Gebot der Nachhaltigkeit ernst nimmt und umsetzt, in einer Region mit hoher Lebensqualität.
Die Verbandsgemeinde wird ihren Schwerpunkt im Dienstleistungsbereich weiter ausbauen müssen. Dazu sollen alle Leistungsanbieter stärker zusammenarbeiten, die Leistungsbreite erweitert und die Angebote gezielt beworben werden.
Im Energiesektor sind verstärkt regenerative Energien wie Solarthermie, Fotovoltaik, Geothermie sowie Biomasse sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich zu nutzen. Die öffentliche Hand soll hierbei vorbildhaft und anregend wirken.
Die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde sollte grundsätzlich eigenständig bleiben. Die Kooperation mit Rhein-Hunsrück-Wasser sowie anderen Werken ist zu verstärken – auch im Blick auf die Gebührensituation und die Versorgungssicherheit.
Zur Sicherung der Wasserversorgung sind zukunftsweisende Maßnahmen u.a. durch Regenwassernutzung zu treffen.
Die Abwasserentsorgung ist weiterhin nach neuestem Stand der Technik umweltschonend zu gewährleisten.
Für die Feuerwehren in der VG sind räumliche und technische Ausstattungen vorzuhalten. Die Fuhrpark- und Ausstattungsmodernisierung sind fortzuführen.
Auf einen gut funktionierenden Rettungsdienst seitens des Landes und DRK ist zu achten.
Die Jugendarbeit der Rettungsdienste ist durch gezielte Anreize zu unterstützen.
Es sind seitens der Verwaltung Anstrengungen zu unternehmen, damit die medizinische, notärztliche und alltägliche Versorgung der Bevölkerung weiter ortsnah verbessert wird.

Jugendarbeit und Seniorenarbeit

Jugendarbeit und Seniorenarbeit werden nicht als isolierte Aufgabenbereiche betrachtet, sondern als Teil des regionalen Entwicklungskonzeptes. Es gilt, die Generationen zusammenzuführen, sie miteinander ins Gespräch zu bringen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Dies beginnt schon darin, dass ältere Mitbürger/innen in den Kindertagesstätten und in den Schulen dort gern gesehen sind und ehrenamtlich mitarbeiten.
Andererseits präsentieren Kinder und Jugendliche ihre Produkte auf künstlerischem, praktischem Gebiet einer breiteren Öffentlichkeit und auch gezielt vor der älteren Generation.
Durch gemeinsames Tun und Handeln soll das Gemeinschaftsgefühl wachsen und alle sollen sich als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft erfahren und begreifen.
Im Rahmen der Ganztagsschule, in Vereinen und Verbänden sollen die Potenziale zusammengeführt werden.
In den Städten und Gemeinden soll es Räumlichkeiten geben, in denen sich die Jugendlichen treffen können und eigenverantwortlich mit Unterstützung einer Sozialpädagogin oder eines Sozialpädagogen Freizeitaktivitäten gestalten.
Die Möglichkeiten der ambulanten Hilfestellungen für Senioren/innen sollten
zusätzlich zur Sozialstation weiter entwickelt werden.
Ein Altenpflegeheim sollte es auch in der Verbandsgemeinde geben. Ebenso ist die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses anzustreben.
Die Vereinsarbeit und das Ehrenamt sind seitens der Verbandsgemeinde insbesondere im Jugend- und Seniorenbereich zu fördern und zu unterstützen.

 
 

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